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Startseite / Kindererziehung / Weshalb Geschichten wichtig für die kindliche Psyche sind

Voll da sein – auch wenn der Kopf voll ist

Anlässlich des Tages der psychischen Gesundheit erzählt uns Blogger und Papa Jamie Day, was er als moderner Vater für seine Psyche tut und wie Geschichten ihm und seiner Familie helfen.

Seitdem ich 2012 Papa geworden bin, nutze ich das Bloggen, Social Media und Podcasts, um über das Vaterdasein zu berichten und darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig eine gesunde Psyche ist. Meine Projekte und Erfahrungen haben mir gezeigt, dass wir als Eltern für unsere Kinder Voraussetzungen schaffen müssen, in denen sich ihre Gefühlswelt und ihr psychisches Wohlbefinden entwickeln können.

Ein junger Geist ist voller Fragen, Fantasie und Kreativität, und doch kann er auch schnell in Sorgen ersticken, wenn sich diese nicht greifen und aus dem Weg räumen lassen.Kinder stehen heute häufig unter Druck. Sie müssen gut in der Schule sein, Sport treiben, sich um die Zerstörung unseres Planeten sorgen. Sie stehen unter sozialem Druck und müssen auch noch für die Instagram-Fotos ihrer Eltern lächeln – kein Wunder, dass das manchmal ein bisschen zu viel wird. Tatsächlich weisen zehn Prozent aller Kinder psychische Erkrankungen auf.

Als jemand, der selbst lange Zeit psychische Probleme hatte, halte ich das Schreiben für eine gute Methode, Ruhe in meine Gedanken zu bringen. Ich schreibe auf, was mich bedrückt, oder tippe etwas in meinen Blog. Oder ich beginne eine Kindergeschichte zu schreiben (die vermutlich irgendwo auf meinem Laptop versauern wird) oder nehme meine Gitarre und schreibe einen Song (den ich später meinen Hunden vorspiele, wenn sonst niemand zuhause ist). Dieser kleiner Kreativitätsschub hilft dabei, alles Negative zu vertreiben.

Neben dem Schreiben gibt mir auch das Lesen viel Kraft. Es muss nicht gleich Tolstois „Krieg und Frieden“ sein, es genügt, einen interessanten Zeitschriftenartikel zu lesen, die Nachrichten oder ein paar Seiten in dem Buch, das gerade auf meinem Nachttisch liegt. Diese einfache Übung entspannt mich, ich reflektiere dann und kann besser beschreiben, wie ich mich fühle – meiner Familie, meinen Freunden – oder wieder meinen armen Hunden.

Als Erwachsener weiß ich, wie nützlich Lesen und Schreiben ist, um meine Gefühle auszudrücken. Aber auch Kinder sollten sich ausdrücken können. Eine Studie unter 50 000 Teilnehmern im Alter von 8-18 Jahren in Großbritannien hat gezeigt, dass junge Menschen, die viel lesen und schreiben, mental in einer besseren Verfassung sind als Gleichaltrige, die das nicht tun. Zu der Studie gehört auch eine Untersuchung des University College London, das einen Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und verbaler Ausdrucksfähigkeit festgestellt hat: Menschen, die sich nur schlecht ausdrücken können, leiden demnach häufiger an psychischen Problemen.

Ich habe meinen beiden Kindern quasi vom ersten Tag an jeden Abend vorgelesen. Zunächst war das vor allem ein Ritual, das sie auf das Einschlafen vorbereitete. Doch als die Kinder größer wurden, beflügelten die Geschichten ihre Fantasie, sie regten zu Fragen und Gesprächen an, vergrößerten ihren Wortschatz und beruhigten sie. Nach einem aufregenden Tag mit Töpfchen, Malen und Peppa Pig, wurden die Gutenacht-Geschichten immer wichtiger. Auch Kinder brauchen abends Zeit, um herunterzufahren und zur Ruhe zu kommen.

Vor allem für meine 6-jährige Tochter ist das Lesen und Schreiben viel mehr als ein Einschlaf-Ritual. Sie taucht dann in ihre eigenen Geschichten ein (in denen es häufig um einen kleinen Zauberer mit runder Brille geht), und die in Gedanken versunkenen Momente helfen ihr dabei, zu entspannen und den Druck loszuwerden, unter dem heute schon kleine Mädchen stehen. Ihr Wortschatz ist reich, und sie sagt mittlerweile offen, wenn sie sich mal traurig oder verloren fühlt. Auch wenn es erschreckend sein mag, dass bereits 6-Jährige solche Stimmungsschwankungen haben, so ist es doch gut, wenn sie ihre Empfindungen zeigen können, anstatt sie hinunter zu schlucken.

Ich bin mir sicher, dass das auch auf ihre Freude am Lesen und Schreiben zurückzuführen ist. Wir sind bei Weitem keine perfekten Eltern, wir machen viele Fehler (welcher verpeilte Vater hat am Jahresende den Schulausflug an den Strand vergessen?), doch ich denke, eine Sache ist uns gut gelungen: Unsere Kinder haben eine gesunde Beziehung zum Lesen und Schreiben entwickelt – und somit hoffentlich auch eine gesündere Beziehung zu ihrer Psyche.

Ich bin schon lange ein großer Fan von Wonderbly und empfehle die personalisierten Geschichten jedem Kind, egal, ob fortgeschrittener Leser oder Anfänger. Wir haben Ach, du Schreck, mein Name ist weg! geschenkt bekommen, als meine Tochter noch sehr klein war. Dennoch hat sie beim Vorlesen schon verstanden, dass es in dem Buch um sie geht und wurde schnell empfänglich für die Geschichte. Studien zeigen, dass personalisierte Geschichten eine positive Wirkung haben können. Wenn Kinder sich selbst in wunderbaren Büchern sehen, nehmen sie nicht nur die Sprache, sondern auch die Botschaft des Buches besser auf. Tapferkeit, Wissensdurst, Freundlichkeit – das sind soziale Fähigkeiten, die auch für eine gesunde Psyche wichtig sind.

Jamie Day ist preisgekrönter Blogger und Podcaster zum Thema psychische Gesundheit und Vater von Edie und Arlo. In seinem Podcast Man Talk macht er auf die männliche Psyche aufmerksam und räumt mit Tabus und Stigmatisierung auf.
Mehr Geschichten aus dem Leben eines modernen Vaters findest du auf seinem Blog A Day In The Life Dad.

Der 10. Oktober gilt weltweit als Tag der psychischen Gesundheit (Mental Health Day). Blogger Jamie Day (A Day in the Life Dad) erklärt, wie er durch Lesen und Schreiben den Kopf frei bekommt – und weshalb das auch für Kinder wichtig ist.

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